Celle in Peking

14Januar
2016

Vom Smog zur Heimat - die kleine Weltreise

Am Abreisetag war ich froh, dass ich Peking an diesem Tag verlassen konnte. Der Smog hat an diesem Tage wieder Hochwerte erreicht. Aber auch nach mehreren Stunden Zugfahrt war der Smog noch nicht verflogen. Erst nach der Hälfte der Zugfahrt lichtete sich der Smog und man konnte Landschaft bewundern.

 Nanjing - übersetzt die südliche Hauptstadt war das erste Ziel auf der Reiseroute. Der erste Eindruck war und ist, dass die Stadt viel sauberer ist als Peking. Wer mal dort hinkommt, sollte sich ein paar Tage nehmen und durch den Berg bei Nanjing zu wandern. Auch das Mausoleum von Dr. Sun Yat-sen, der Reformationsleiter gegenüber dem Kaisersystem, welcher von vielen Chinesen als Idol geehrt wird, ist dort errichtet worden. Passend dazu stehen vor dem Mausoleum hunderte Geschäfte, wo man Souvenirs und andere Sachen kaufen kann, bevor man 400 Treppen bis zum Mausoleum hochlaufen darf.

  ruhige Nanjing Mausoleum Dr. Sun Yat Sen

 

Shanghai - hat gegenüber Nanjing weniger historischen Hintergrund. Dafür ist Shanghai eine Vorzeigestadt für den schnellen Aufschwung und die Wirtschaftskraft von China. Diesem Reichtum bzw. Skyline kann man auf der Promenade "Bund" erstaunen. Bewundert man die Skyline nachts, so wird es durch die Beleuchtungen und Animationen an den Wolkenkratzern nochmals beeindruckender.

bunte Shanghai in der Nacht Shanghai Skyline

Guangzhou - ist eine Stadt die hierzulande nicht jeder kennt und trotzdem von 8 Millionen Einwohner bewohnt wird. Bei der Planung der Reise war ich nicht ganz überzeugt von der Stadt. Dies hat sich aber nach der Ankunft sofort geändert. Das tropische Klima erkennt man sofort an der Wärme und an der Flora. Beeindruckend ist außerdem das Stadtzentrum, welches durch 4 trapezförmig angeordnete Hochhäuser geprägt ist. Guangzhou liegt nur ungefähr 120km von Hongkong entfernt, trotzdem sprechen die meisten Leute hier Englisch und Kantonesisch. Dies trifft auch für Shenzhen zu.

Wahrzeichen Guangzhou moderne Straßenbahn im grünen von Guangzhou

Shenzhen ist die Industriestadt und Produktionsstadt Chinas. Wer elektronische Sachen sucht, wird sie hier finden. Es gibt sogar die Möglichkeit sein eigenes Handy zusammenbauen zu lassen. Das sind meist auch die Produkte die von Hongkong nach Europa verschifft werden.

Ein Laden von Tausenden die wachsende Stadte

Das Zentrum von Hongkong ist nicht sehr groß, genauso wie unser Zimmer. An sich waren die Abstellflächen auf dem Fußboden auf einen Bürostuhl begrenzt(1m²). Hongkong zählt zu den teuersten Stadt betreffen den Wohnungen, da es hier einen großen Platzmangel gibt.  Der Vorteil ist natürlich, dass vieles zu erlaufen ist, wenn man nicht gerade auf eine andere Insel möchte. Im Gegensatz zu den anderen Großstädten ist Hongkong, etwas schlichter, da viele Wolkenkratzer auf einer Höhe sind und diese nachts schlichter beleuchtet sind. Auf dem Berg in Hongkong hat man somit, einen wunderbaren Überblick über Hongkong und das Meer.

Hongkong von oben Hongkong im Trubel

Zum Baden würde ich die Strände von Abu Dhabi und Dubai vorziehen. Auch im Winter ist es hier zu empfehlen Sonnencreme aufzutragen. In Dubai befindet sich gerade das höchste Gebäude der Welt. Direkt vor dem Gebäude wirkt dieses nicht gewaltig. Erst wenn man mehrere Kilometer vom Gebäude entfernt steht kann man die Dimension des Bauwerkes bewundern, da es aus der Stadt hervorragt. Abu Dhabi und Dubai sind beides Städte, die für Fußgänger nicht geeignet sind. Aber wer will auch bei 40°C im Schatten durch die langen Straßen laufen. So sieht man viele Autos herumfahren und nicht wenige sportliche Modelle, die oft nur zum Posieren gefahren werden. 

höchste Wolkenkratzer der Welt Sonnenuntergang in Abu Dhabi Strand mit Skylineaussicht

Nach Abu Dhabi war es an der Zeit nach Europa zurückzukehren. Bevor es zurück zur Heimat ging, war noch die Stadt der Freiheiten Amsterdam auf meinem Reiseplan. Amsterdam ist gegenüber dein Abu Dhabi und Dubai eine ganz kleine und gemütliche Stadt mit ihren Grachten und Wegen, wo alles per Fuß oder mit Fahrrad erreicht werden kann.

Amsterdam

Natürlich kann man hier auch einige Sachen erleben oder probieren, die in anderen Ländern nicht geduldet werden. Jedenfalls konnte ich mit meinem Kumpel Basti endlich wieder mein erstes richtiges Bier trinken und bin am Abend zwischen Mittwoch und Donnertag wieder in Deutschland angekommen. Daher sind dies meine letzten Worte hier und ich möchte Allen DANKEN, die mich dabei unterstützt oder an mich gedacht haben.

Auf ein baldiges Wiedersehen!!!

 

24Dezember
2015

Abschied zur Weihnachtszeit

Die Koffer sind halb gepackt und morgen geht es los auf die Reise. Zum Abschluss geht es mit ein paar Freunden in die Christnacht und in das Nationaltheater von Peking.  Morgen früh nehme ich dann am Bahnhof Richtung Nanjing Abschied von Peking. Damit der Abschied auch nicht so traurig ist, hat sich Peking nochmal erlaubt seinen Smog herauszuholen.

National Theater

Normalerweise ist die Weihnachtszeit die Zeit der Zusammenkunft. Bei mir ist es dieses Jahr die Zeit des Abschiednehmens von den neuen Bekanntsschaften und langsam das Kapitel des Auslandssemesters zu beenden. In den nächsten Wochen werde ich Richtung Süden Chinas reisen. Bisher sind die Reiseziele Nanjing (die südliche Hauptstadt Chinas), Shanghai, Gongzhou, Shenzen und Hongkong. Wenn ich in Hongkong angekommen bin, wird es schon das nächste Jahr sein.

  

Daher wünsche ich ALLEN EIN FROHES WEIHNACHTSFEST UND EINEN GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR!!!

 

 

01Dezember
2015

Reise durch China

01Dezember
2015

Smog here, Smog there, Smog everywhere

In den letzten Tagen wurde in den Nachrichten weltweit wieder über die schlechten Luftwerte in Peking berichtet. In der Regel kann man dem Smog nicht richtig entkommen, da er auch in vielen Gebäuden ist, die keine moderne Lüftungsanlage haben. So auch in meinem Zimmer. Daher ist das durchgehende Tragen einer Maske oder der Aufenthaltsich in einem modernen Gebäuden notwendig. Nicht nur das der Smog den Körper belastet, sondern auch die Sonne verdeckt. Daher wird es nie ein richtiger heller Tag in Peking. Es fühlt sich an, ob den ganzen Tag lang Dämmerung ist.

In den ersten 3 Wochen konnte ich in Peking überhaupt kein Smog wahrnehmen. Danach habe ich mich schnell an die normalen Smogwerte ohne Probleme gewöhnt. Der Smog der jetzt vorzufinden ist, hat hingegen drastische Werte erreicht. Man merkt, dass der Körper dadurch stark belastet wird. Viele haben Kopfschmerzen und leichte Brustprobleme. Daher hoffe ich, dass es bald regnet oder der Wind zunimmt, damit der Smog weniger wird und ich weiter die Welt entdecken kann:D!

  vorhernachher

26November
2015

Adventszeit beginnt und keine Plätzchen Stolle in Reichweite!

Die Adventzeit hat begonnen. Leider bleibt das Weihnachtsgbäck außer Reichweite. Dafür konzentriere ich mich auf das Genießen der chinesischen Küche.

Erst letztens habe ich mit einem Chinesen gesprochen, der für 2 Wochen in Europa war. Dieser meinte, dass er es kaum ohne seine heimische Küche ausgehalten hätte . Auch ich habe die Befürchtung, dass ich das delikatöse chinesische Küche vermissen werde. Hingegen werde ich nicht die chinesischen Tisch manieren vergessen. Die ganzen Knochen und Esssensreste liegen über den Tisch verteilt und ein Schmatzen hört man immer wieder. Dafür verbrauchen die Chinesen viel mehr Teile vom Tier als wir. Daher hatte ich das Vergnügen vom Hotelchef Hühnerzehen zu essen. Der Gesmack ist an sich in Ordnung, nur die Haut zwischen den Krallen ist sehr zäh. In diesem Sinne sind die Chinesen Weltmeister beim Abknappern von Knochen. 

Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen Seepferdchen oder ähnliches zu probieren. Dafür gibt es extra in Peking eine Essensstraße für Touristen, wo man die verrücktesten Delikates jeden Abend probieren kann.

Zum Ausprobieren eignet hier sich die UNI internen Kantinen. Die größte Kantine ist über vier Stockwerke verteilt mit über 60 Ständen. Dort finden in der Mittagszeit locker über 1000 Stundenten Platz. Dabei findet sich etwas für jeden Geschmack könnte man sagen. Die meisten Essen sind aber aus dem asiatischen Raum. Nur in der obersten Etage findet man vereinzelt auch westliche Gerichte, wie Pommes oder Pizza. Da das Essen allgemein günstig in China sein kann, zahlt man ungefähr 1,5€ pro Essen. Da man natürlich nicht, weiß was man manchmal bestellt, kann man durchaus Fehlgriffe machen, die ich nur ein paar mal hatte.

Eine angewohnt, die ich mir seit Anfang der Zeit hier zu gelegt habe, werde ich nur schwer wieder ablegen können. Das Essen mit Stäbchen ist tausendmal angenehmer und leichter, als mit Besteck. Nach einem Monat hatte ich mich an die Stäbchen schon stark gewöhnt, so dass ich bei der deutschen Botschaftbuffet mir extra nochmal Stäbchen holen musste, um vernünftig Essen zu können. Praktisch nebenbei ist die zweite Hand, die immer zum Bier heben zur Verfügung steht.

 

 

04November
2015

relative Zeit

Wie Einstein schon herausgefunden hat, ist Zeit relativ. Dies hätte ich spätestens jetzt mitbekommen, denn die Zeit vergeht wie im Flug. So konnte ich den Pekinger Stadtverkehr durch eine Rollertour direkt miterleben und einwirken. Mit dem Roller ist man hier genauso Unterwegs wie zu Fuß, Rad oder Auto. Man kann einfach überall Fahren: auf dem Fußgängerweg, Fahrradweg, Straße und entgegengesetzt der Einbahnstraße. Nur das Fahren in Gebäuden und in Parks ist verboten. So nehmen sich die Rollerfahrer die Vorfahrt, wo es nur geht. Das mächtigste Tier im Straßenverkehr bleibt das Auto, vor dem alle Respekt haben. Als Fußgänger hingegen muss man sich seine Vorfahrt erkämpfen, sonst muss man bis Abend warten, bis man über seine grüne Fußgängerampel laufen kann.

Tianjin  Tianjin

Am Anfang kamen mir die Menschen bei der U-Bahn nicht mehr vor als in Deutschland. Dies ist aber in der Rush Hour ganz anders. Dann kann es durchaus sein, dass man ein oder zwei Züge warten muss, bis man endlich in einer randvollen U-Bahn stehen darf. Wenigstens muss man sich nirgendswo festhalten, da wieso kein Platz zum bewegen ist. Bei der Bahn hingegen hat man viel Platz und einen großen Sitz. Man sollte nur beachten, dass es am Bahnhof schon länger dauern kann. Daher sollte man 2 Stunden vorher da sein, um Karten zu kaufen und durch die Kontrollchecks zukommen. So hatte ich das Vergnügen mit einem 300km/h schnellen Zug nach Tianjin zufahren, wo durch alte Kolonieren europischer Einfluss vorhanden ist und das London Eye geklont wurde. Natürlich kann man auch einen langsamere Zug nehmen und etwas Geld sparen. Mit so einem Zug bin ich zum östlichen Ende der chinesischen Mauer gefahren, welche im Ozean endet. Die günstigste Möglichkeit zu Reisen ist mit Bus. So kann man für zirka 3-4 € zur chinesischen Mauer fahren und eine Nacht dort oben im Schlafsack verbringen.

chinesische Mauer Sonnenaufgang chinesische Mauer chinesische Mauer

PS: Und für alle die auch mal nach China oder Peking kommen wollen, ein kleiner Tipp. Die Geldautomaten werfen hier erst das Geld aus und nicht die Kredit- oder Girokarte. Daher kann es schnell passieren, dass man die Kreditkarte vergisst. Und ohne Geld kann es schnell passieren, dass man sich in einer kostenlosen Zwangsunterkunft wiederfindet.

13Oktober
2015

Innere Mongolei

Nach dem ich einige Tage mit dem normalen Smog schon erlebt habe, war ich froh das die Golden Week in den ersten 7 Oktobertagen vor der Tür stand, in denen ich frei hatte. Diese Gelegenheit nutzte ich, um endlich aus Peking ins Land zu fliehen. Ziel war die Innere Mongolei, die über einen Reiseveranstalter erreicht werden sollte. Da sich über 200 Leute für den Trip angemeldet haben, fuhren mehrere Busse, wobei auch ein kleiner Bus für 17 Leute dabei war.

Kleiner Bus + Wenig Leute = Viel Spaß! So waren wir am ersten Tag ungefähr 9 Stunden unterwegs mit Stau und Stops. Als wir angekommen sind, konnten wir die Graslandschaft genießen und den Sonnenuntergang entgegenreiten. Nach dem Sonnenuntergang war ich froh, dass ich nicht im tiefen Winter in die Innere Mongolei gefahren bin, denn es war so kalt genug. Eine Heizung hatten unsere Rundhütten nicht. Da hilft nur noch der ein und andere Schnaps bis man den Weg ins Bett gefunden hat. Desto besser war der Morgen, wobei man durch die Glasfront den Sonnenaufgang aus dem Bett sehen konnte. Dies ist aber nicht nur der einizge Höhepunkt am Tag, denn am diesen Tag konnte ich zum ersten mal in eine Wüste gehen und ebenso mit dem Kamal reiten, welches sich für männliche Teilnehmer nicht immer als angenehm Transportmöglichkeit herausgestellt hat. Zurück in der Hauptstadt von der Inneren Mongolei Huhhot, empfang man uns Abend in einer Bar mit reichlich alkoholischen Getränken und sogar einer Band, die allein für uns aufgetreten ist.

Der letzte Tag beginn sehr früh und sollte auch ein sehr langer Tag werden. So ging uns auf den Weg nach Datong das Benzin aus, sodass wir in auf einen Rastplatz warten mussten bis irgendwo in paar Garagen "Benzin" gefunden wird und wir weiter zu den Yungang Buddhist fahren konnten. Man brauch auch nicht erwarten überall Toiletten zu finden. So wird man bei der Frage nach der Toilette auch das ein oder andere mal auf die Straße verwiesen. 

Besonders abenteuerlich ist die Rückfahrt gewesen. Gestartet ist alles mit einen einfachen Autounfall ohne Schäden. So ging es auch zügig weiter in die falsche Richtung mit abnormalen Getriebegeräuschen. Nachdem endlich erkannt wurde, dass man falsch gefahren ist, ging es zurück. Daher sind wir einmal im Kreis gefahren und verloren 2 Stunden. Ab jetzt zogen viele ihre Handys hervor, um den Fahrer den richtigen Weg zu weisen. Denn dieser hielt immer vor einem Abzweig an und schaute sich die Bilder genau an. Uns kam es so vor, ob er nicht richtig sehen oder lesen konnte. Daher fuhren wir wieder einmal eine falsche Aussfahrt hinaus, die nicht geöffnet war und wären beinahe in einen Erdwall gefahren. Wenn man meint Chinesen können nicht Auto fahren, dann ist dies auch so. Denn wie es kommen musste, haben wir uns wieder verfahren und mussten durch eine Polizeistation fahren, wo wir auch kontrolliert wurden. Eine ausweitende Kontrolle konnten wir durch unser kunstvolles Singen eines chinesischen Liedes "Wenn du glücklich bist, dann klatsche in die Hand..." abwenden. Nichts desto trotz sind wir dann auf der LKW Spur gefahren und konnten die Eingangskontrolle nach Peking nicht passieren. Unser Fahrer konnte sich leider nicht richtig mit dem hilfsbereiten Einweiser verständigen, daher ist er nochmals in die falsche Linie gefahren und hat danach aufgegeben. Wir sind wieder zurück gefahren, Naja eher gerollt, den die schlauen Chinesen nutzen jeden Platz im Stau zu überholen. So wurde unsere Fahrbahn durch entgegenkommende LKW verstopft. Schlussendlich haben sind wir am nächsten Tag um 1 Uhr angekommen. Insgesamt ist der Fahrtweg 320km lang. Dafür haben wir 9,5 Stunden benötigt. Hätte ich dies vorher gewusst, hätte ich mir ein Fahrrad für den Weg ausleihen können.

 

12Oktober
2015

Planung vs. Flexibilität

Wie in den letzten Blogeintrag angesprochen, ist der Planungsgedanke im chinesischen Lebensstil nicht so stark verankert, wie bei den Deutschen. Das sieht man auch daran, wie sie ihre Fahrzeuge abstellen. Erst heute konnte ich wieder mit erleben, wie Fahrzeuge so geparkt wurden, dass niemand die Straße passieren kann und das Hupkonzert den ganzen Campus beschallt. Im Gegensatz dazu ist die Flexibilität viel größer, um Probleme zu lösen. Auch wenn Fristen abgelaufen sind, lässt sich mit einem Lächeln auf dem Gesicht diskutieren, bis eine Lösung für das Problem gefunden wird. Ebenso sollte ein Lächeln beim Feilschen von Waren angewendet werden. In den bekannten Silk-Markt für gefälschte Waren ist es mit dieser Methode möglich unter 1/10 des Einstiegsgebots zu gelangen.

Die Flexibilität spiegelt sich ebenso in der Universität wieder. Daher ist es hier zwingend nötig WeChat zu nutzen, um offizielle Informationen zu bekommen und auch schnell reagieren zu können. In diesem Semester wurden außerdem mehr Studenten für die Wohnheime angenommen, als Wohnungen bzw. Betten zur Verfügung stehen. Eines Morgens nach einer langen Nacht wurde ich unsanft geweckt und aus dem Zimmer geworfen, indem ich für paar Tage als Mietnomade wohnte. Diese Zimmer, wo ich in den ersten 10 Tagen nach der Ankunft gelebt habe, sind nur für ausländische Langzeitstudenten gedacht. Dafür wurde schnell innerhalb von ein bis zwei Monate ein veraltetes Hotel komplett neu renoviert, um für die anderen Auslandsstudenten nahe des Universitätsgeländes etwas zur Verfügung zu stellen. "Wir sind fast fertig" - In Deutschland meint dies, dass man sich nochmal angestrengt, um fertig zu werden. In China wird der Spruch so aufgefasst, dass man fertig ist. So sieht man viele Türen, wo Schutzfolien nicht richtig entfernt wurden oder einige kleine Sachen unfertig sind. Mit diesem Motto wurde die zweite Etage im Hotel aufgezogen innerhalb einer Woche aufgezogen, wo ich am gleichen Tag Zuflucht gefunden habe. Ebenso sind die Zimmer vollends durchdacht. Daher kann man früh aus dem Bett genau sehen, ob sich der Mitbewohner noch seine Morgendusche gönnt oder einen spannenden Zeitungsartikel auf dem Örtchen liest. Ebenso ist es mit der modernen Technik möglich beide Sachen simultan zu erledigen.

 

再见!

08Oktober
2015

Bisherige Reiseroute

https://www.google.com/maps/d/edit?mid=zq1isyW69Cds.kvzu0bIQK9BY&usp=sharing

07Oktober
2015

Kleine Sachen können viel Zeit benötigen!

Jetzt bin ich schon anderthalb Monate in Peking und habe noch nicht die Zeit gefunden diesen Blog zu erstellen. Dies soll sich jetzt ändern. Wie der Titel schon verrät, können hier kleine einfache alltägliche Dinge sich leicht auf ein paar Tage heraus zögern. Dies ist nur einer der ersten Eindrücke, die ich ab meiner Ankunft erlebt habe. Daher die Geschichte von Anfang an:

Die Reise nach Peking:

Vor dem Flug nach Peking konnte ich mir den Wunsch erfüllen, einmal Russland bzw. Moskau zu erleben und meine eingerosteten russischen Kenntnisse auszugraben. Der Flug von Moskau nach Peking fand im Sonnenuntergang statt. Da ich bisher nur einmal geflogen bin, ist das Ein- und Auschecken für mich weiterhin ein Erlebnis im Flughafen mit den nervigen An- und Ablegen der Accessoires an den Sicherheitskontrollen. Da die meisten Fluggäste Chinesen waren, konnte ich schon die ersten Erfahrungen mit ihren alltäglichen Verhalten machen. Im Flugzeug habe ich einen inneren Platz von der Mittelreihe erwischt und hatte leider das Pech, neben einer älteren chinesischen Dame zu sitzen, der es nicht gut ging. Daher konnte ich jede 5. Minute das lästige, laute Hochziehen der Spucke anhören. Dadurch wurde ich abgehärtet in Peking, wo die Leute überall die Spucke hochziehen und in jeglicher Situation irgendwo hinspucken. 

 Start nach PekingIm Flugzeug

 

Smog, Smog, Smog. Als ich nach 8 Stunden Flugzeit aus dem Flugzeug stieg, konnte man direkt den Smog riechen bzw. sehen. Die Sonne konnte man nur erahnen, wo sie sich befindet. Der nächste Schock waren die ganzen Schriftzeichen. Noch jetzt kann ich nur erahnen, wie sich Analphabeten fühlen müssen. Da wir zu Dritt von Moskau in Peking angekommen sind, fuhren wir gemeinsam mit einem großen Taxi zur Universität. Leider hat uns der Taxifahrer betrogen, sodass wir das Fünffache vom normalen Preis bezahlen mussten. Normalerweise ist das Taxi fahren in China sehr billig. Für 5 Kilometer zahlt man ca. 2,00€. Dabei hat sich auch das Vorurteil bestätigt, dass Chinesen kein Auto fahren können. Diese fahren wie sie wollen, zwischen den Fahrbahnen, auf dem Seitenstreifen, immer mit Hupe (im Sinne: Achtung ich komme), Rechtsabbieger fahren auch bei rotem Licht, es wird immer erst im letzten Moment gebremst, etc. So war unsere Hinfahrt ein richtiges Erlebnis mit Vollgas. Der "Taxifahrer" hat uns durch den engen Stadtverkehr gehupt bzw. durchgeschlängelt. Dabei hat man den Sicherheitsgurt schon sehr vermisst.

breite Straße, trotzdem Stau!ein bisschen Smog!

Unverletzt an der Universität angekommen, versuchten wir uns an der Universität in das Studentenwohnheim einzuchecken. Dies sollte in der Regel kein Problem sein, da es eine internationale Universität ist und ich mich vorher fürs Studentenwohnheim registriert habe. Schlussendlich konnte das Personal in der Rezeption kein Englisch und schickte mich nach einer kleinen Ewigkeit zu einem anderen Gebäude. Dort wurde mir aber nur die Genehmigung gegeben 7 Tage zu bleiben!!!! Danach müsste ich ausziehen. Alle Betreuer von der Universität, die für die Auslandsstudenten zuständig waren, konnten ich nicht erreichen bzw. waren im Urlaub. In den nächsten Tagen versuchten wir gemeinsam mit der Rezeption zu reden und das Problem zu lösen. Das Ergebnis war das Gleiche: Auszug am Ende der Woche. Man sieht, dass man sich in China auf kein Plan verlassen kann, da es in China keine Planung im deutschen Sinne gibt. Nächstes Kapitel: Celle als Obdachloser?

 

an der Chinesischen Mauer